Bürgerpreis

„Wo sind unsere unsichtbaren Helden?“

Der Bürgerpreis Paderborn wird seit dem Jahr 2006 an die unsichtbaren Helden*innen der Stadt Paderborn vergeben, um deren besonderes Engagement für die Stadt und ihre Bewohner zu würdigen. Hierzu zählen Verdienste um die Stadt ebenso wie teils jahrelange freiwillige Arbeit in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen. Die Ausgezeichneten sollen für ihren gesellschaftlichen Einsatz öffentlich gelobt und als Vorbilder hervorgehoben werden. Gleichzeitig soll der Preis das Ehrenamt wertschätzen und ein Anreiz zum Mitmachen sein.

Geehrt werden können Einzelpersonen oder Gruppen
– die allein oder mit Hilfe anderer das Gemeinwohl in Paderborn voranbringen
– die sich im Besonderen für ihren Verein/für ihr Projekt einsetzen
– die aktive Verantwortung für das soziale, kulturelle oder sportliche Leben vor Ort übernimmt
– deren Projekt in besonderer Weise zum Mitmachen anregt

Über die Vergabe findet jedes Jahr im November einem feierlichen Rahmen im Paderborner Rathaus statt. Die Preisträger*innen werden durch das Kuratorium der Bürgerstiftung ausgewählt.

Bürgerpreisverleihung im Paderborner Rathaus 2017

Der Preis ist mit einem projektgebundenen Preisgeld von 5.000 € dotiert, welche ausschließlich im Sinne des Projektes verwendet werden darf.

Seit dem Gründungsjahr 2006 wurden die nachfolgenden Personen und Gruppen ausgezeichnet:

2019:
Bahnhofsmission und Peers der U25 = anonymes Online-Suizidpräventionsangebot

Bahnhofsmission: Die Arbeit der 32 Ehrenamtlichen ist durch ihre hohe Einsatzbereitschaft geprägt. Die Bahnhofsmission ist an 52 Wochen an 7 Tagen Anlaufstelle für in Not geratene Menschen. Egal ob ein heißer Kaffee, ein Butterbrot, das verlorene Portemonnaie oder eine tiefe Lebenskrise. Durch eine enge Vernetzung mit den sozialen Einrichtungen in Paderborn können Hilfesuchende, die von anderen Angeboten häufig nicht oder nicht mehr erreicht werden, in das passende Hilfesystem vermittelt werden.

Verleihung des Bürgerpreises an die Bahnhofsmission 2019

U25: Seit dem Jahre 2005 engagieren sich insgesamt 54 ehrenamtliche „Krisenbegleiter*innen“ im Alter zwischen 17 und 27 Jahren am Standort Paderborn im anonymen Online-Suizidpräventionsangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Krisen und bei Selbsttötungsgefahr.

2018:
Ehepaar Ziegler und das Team der Notfallseelsorge der Stadt Paderborn

Ehepaar Ziegler: Frau Zieglers vielfältiges Engagement in der Kirchenmusik als langjährige Organistin und vor allem ihre Arbeit im Vorstand der von ihrem im Jahre 2012 verstorbenen Mann Prof. Dr. Horst Ziegler gegründeten Kirchenmusikstiftung Ziegler.
Das Team der Notfallseelsorge: Das Team kümmert sich seit Jahren sehr effektiv und professionell ehrenamtlich um Menschen in absoluten Notsituationen. Es steht allen Bürger*innen ausnahmslos zur Verfügung und hilft bedingungslos und unentgeltlich, deren Leben durch Schicksalsschläge eine schlimme Wendung nahm.

2017:
Der geteilte Preis ging an den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter und das „Projekt Sprachschlüssel“.

Sprachschlüssel: Das Projekt, initiiert Anfang 2016 von Bruno Weber, besteht aus rund 105
ehrenamtlichen Dolmetschern, die Geflüchtete im Kontakt mit Behörden, Ärzten und bei individuellen Problemlagen unterstützen, immer in enger Kooperation mit der städtischen Koordinierungsstelle für Flüchtlinge und dem Marktplatz für ehrenamtliches Bürgerengagement.
Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst: Seit dem Jahre 2006 förder der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst die Selbsthilfe. Er ist ein Forum, in dem sich Familien in ähnlicher Lebenslage austauschen und vernetzen können. Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen begleiten langfristig, häufig über Jahre, betroffene Familien. Sie hören zu, gehen mit den Kindern spazieren, spielen und sind Ansprechpartner für Themen wie Trauer, Tod, Abschied und den Alltag mit einem erkrankten Kind.

2016:
Uwe Hoffmann, Gründer der Paderborner Tafel in Paderborn

Herr Hoffmann als Gründer der Paderborner Tafel kämpft seit dem Jahre 2000 mit großem Engagement für die Belange der am Existenzminimum lebenden Paderborner Bürger*innen.
Zudem stellt er Arbeitsplätze für jugendliche Sozialstundenleistende zur Verfügung.

2015:
Posthum Birgitt Lammert und das Team des Marktplatzes für Bürgerengagement

Frau Lammert wird posthum für ihr großes Engagement gedankt und zum Ausdruck gebracht, dass ihr Engagement – als Gründerin des Marktplatzes für Bürgerengagement – nachhaltig wirkt. Ferner soll das aktuelle Team des Marktplatzes motiviert werden, den eingeschrittenen Weg fortzuführen.

2014:
Gerhard Lis sowie Schülerinnen und Schüler des Projektes EULE

Gerhard Lis: Er wird für sein Lebenswerk geehrt, welches geprägt war durch ein hohes gesellschaftliches Engagement. Seit 1957 setzt sich Herr Lis für die Belange der Kolpingsfamilie Paderborn-Zentral ein, die letzten 30 Jahre davon als Vorsitzender.
Schülerinnen EULE-Projekt: Mit dem Preis wird das bereits hohe Maß an bürgerschaftlichem Engagement der Jugendlichen sowie ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gesellschaft geehrt. In diesem Projekt unterrichten in Paderborn seit Februar 2009 ca. 35 sehr engagierte und motivierte Schülerinnen unterschiedlicher Schulformen und Schulstufen Senioren ab 55 Jahren unentgeltlich einmal die Woche in insgesamt 10 EULE-Kursen.

2013:
Frau Sunderkamp als Initiatorin des Vereins “Mentor – die Leselernhelfer”

Durch das große Engagement von Frau Sunderkamp und der Gruppe wird unabhängig von der sozialen und kulturellen Herkunft der Kinder und Jugendlichen durch eine individuelle Zuwendung, durch die Förderung der Lesekompetenz und somit Steigerung der Lernfreude der Kinder und Jugendlichen, erste Hilfe geleistet.

2012:
Familie Jelitte sowie das Ehepaar Margot und Hermann Temme

Familie Jelitte: Die Familie setzt sich seit Jahrzehnten für die Fußballabteilung des SC Grün-Weiß Paderborn, insbesondere für die Jugendarbeit, vorbildlich ein. U. a. engagiert sich Michael Jelitte sehr stark für den Bau des Jugendheims, welcher im Zuge des Inselbadstadion-Neubaus im August 2012 fertig gestellt worden ist.
Ehepaar Temme: Das Ehepaar organisiert seit 1983 das Internationale Sport- und Spielfest in den Paderauen. Dieses Fest vereint ganz unverkrampft Sport, Spiel und Kultur. Der Zähigkeit des Ehepaares ist es zu verdanken, dass diese Veranstaltung aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Paderborn nicht mehr wegzudenken ist.

2011:
Frauen des Patenschaftsprojekt des DKSB sowie der internationale Besuchsdienst im Altenzentrum St. Veronika

Patenschaftsprojekt DKSB: 27 Frauen entlasten ehrenamtlich Familien bei der Bewältigung des Erziehungsalltags, vermeiden so eine Überforderung der Eltern und leisten somit wirksamen Kinderschutz. Alleinerziehende, sehr junge Mütter, psychisch belastete Eltern und Migrantinnen erhalten Unterstüzung und Hilfe zur Selbsthilfe. Kinder erleben gesellschaftliche Teilhabe und Bildung, indem die Patinnen Freizeitaktivitäten mit ihnen durchführen.
Internationaler Besuchsdienst: Neun aramäische Frauen besuchen die Heimbewohner, begleiten diese bei Spaziergängen und lesen vor. Zudem informieren die aramäischen Frauen die Senioren in ihrer syrisch-orthodoxen Gemeinde über das Altenhilfesystem in Deutschland und organisieren gemeinsame Ausflüge oder Bildungsfahrten

2010:
Ehrenamtliche der Schulmaterialkammer Paderborn

Die Ehrenamtlichen sorgen dafür, dass Hartz-IV-Empfänger sowie nachweislich einkommensschwache Familien mit Schulmaterialien -welche nur durch Spenden zusammenkommen- versorgt werden.

2009:
Förderverein Special Olympics Paderborn e. V. sowie die “Grünen Damen” im St. Johannisstift

Förderverein Special Olympics: Die langjährige Arbeit des Fördervereins hat in Paderborn
dazu beigetragen, dass das Verständnis und der Respekt für Menschen mit geistiger Behinderung in der Gesellschaft gewachsen ist.
Grüne Damen: Durch Kontakte, Gespräche und durch die Übernahme kleiner Dienste bieten sie den Patienten ihre persönliche Hilfe an, die außerhalb des medizinischen und pflegerischen Bereiches liegt. Dieser ehrenamtliche Dienst wird aus christlicher Überzeugung und der Bereitschaft zu sozialem Engagement geleistet.

2008:
Herr Theodor Fockele sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiter der ökumenische Notfallseelsorge

Theodor Fockele: Für sein Lebenswerk.
Ökumenische Notfallseelsorge: Seelische Betreuung von verletzten Personen bei Unfällen, das Überbringen von Todesnachrichten und Gespräche mit Rettungskräften nach besonders belastenden Einsätzen.”

2007:
Ehrenamtliche Helfer/innen des ambulanten Hospizdienstes „Mutter der Barmherzigkeit“

Nach einer umfassenden Ausbildung der Ehrenamtlichen übernehmen diese die Betreuung von Kranken und deren Angehörigen.

2006:
Engagierten Freiwillige in der Betreuung von Demenzkranken

Speziell geschulte, äußerst qualifizierte Ehrenamtliche in der Pflege von Demenzkranken.